Was fange ich mit meinem Leben an?

Aus dem Kopf eines Idealisten und Perfektionisten:

Ich will was bewegen.
Dazu braucht man (auch!) Geld. Und Liebe zur Sache – dies ist wohl besonders wichtig.
Ersteres bekommt man durch einen Vollzeitjob.
Und dann kommt das soziale, politische, was auch immer Engagement.

Ich habe die letzten Wochen viele Menschen kennen gelernt, die mich auf ihre eigene Art inspiriert haben, auch wenn ich die Meinungen nicht immer teile und teilte. Z.B. berichtete eine von ihrer Arbeit mit afrikanischen Flüchtlingsfrauen. Und ich habe mich bei meinen eigenen Vorurteilen ertappt gefühlt. Wie muss es wohl sein, wenn du seit mehreren Jahren hier im Land bist, und ständig Angst haben musst, abgeschoben zu werden? Du eine Nummer bist, ohne Gesicht und ohne Geschichte? Wenn du bereits Kinder hast, die hier zur Schule gehen und Freunde haben und du nicht weißt, ob sie nächstes Schuljahr noch hier sein werden? Ich möchte es mir nicht ausmalen. Und wir sind so grauenvoll egoistisch und urteilen zu schnell aufgrund von Halbwissen. Wir haben doch eigentlich gar keine Ahnung. Oder kennt man das individuelle Schicksal? Will man es überhaupt wissen? Das eigene Weltbild könnte ja erschüttert werden.

Ich lernte: Vorsichtig sein, mit vorschnellen Bewertungen einer Person und Situation.

Im Zuge meiner Ernährungsumstellung und der Erkenntnis, dass ich einige Machenschaften mit den dazugehörigen Großkonzernen nicht mehr unterstützen will, frage ich mich, was ich in diesem Bereich tun kann. Favorisiert ist die Übernahme einer Tierpatenschaft für ein Tier auf einem Gnadenhof. Und da am Liebsten für ein sonst eher weniger beachtetes Lebewesen – eine Gans, ein Huhn oder ein Pferd oder so. Denn denken wir an Massentierhaltung, denken wir – oder zumindest ich – zunächst wohl an Schweine und Rinder. Soviel zum politischen Engagement. Ich würde durchaus auch gern Teil einer Tierrechtsorganisation werden, wenn ich denn eine finde, die von Sitzblockaden Abstand nimmt.

Und eine dritte Angelegenheit wären die Zukunft unserer Gesellschaft: die Kinder. Mir ist es wichtig, egal in welcher Form, einem oder mehreren Kindern zu vermitteln: sie sind etwas wert. Egal welche Hautfarbe, egal ob Locken oder glatte Haare, egal ob Mami und Papi arbeitslos oder Akademiker sind. Jeder ist seines Glückes Schmied. Und um das zu erkennen, braucht es Menschen, die an einen glauben ohne Kompromisse. So jemand möchte ich sein. Eine feste Instanz. Ein Katalysator für zunächst vielleicht verrückt erscheinende Ideen.

Ich möchte nicht einfach nur dahin plätschern. Ich möchte mich engagieren. Meinen kleinen Kosmos verändern und die Welt im Rahmen meiner Möglichkeiten bereichern. Menschen bewegen und anregen.

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Ein Gedanke zu “Was fange ich mit meinem Leben an?

  1. Anita Zeiser schreibt:

    Toll, wie Du Dich mit Deiner Umwelt auseinandersetzt und auch die Zusammenhänge analysierst. Toll auch, dass Du Dich engagieren willst – aber pass auf, dass Du Dich nicht übernimmst! Immer mit Bedacht und gut überlegt an eine Sache herangehen, lieber EIN Probjekt intensiv betreuen, als viele „halbherzig“. Aber das weißt Du ja selbst! Jedenfalls bist Du zu bewundern, wie Du immer alles so auf die Reihe bekommst!!!

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